Goldpreisentwicklung: Wann stoppt der Abwärtstrend?

Die Investition in Gold gilt als krisensicher: Wann immer der übrige Kapitalmarkt als unberechenbar gilt, flüchten die Anleger in das Edelmetall. Die Schuldenkrise in Europa und die angespannte Haushaltssituation in den USA hat deshalb auch zu einer Goldpreisentwicklung in 2010 und 2011 geführt, die nur eine Richtung kannte: Aufwärts. Umso überraschender war der Einbruch, den der Goldpreis kürzlich hinnehmen musste. Ist die Investition bei der aktuellen Goldpreisentwicklung noch lohnenswert?

Aufstockung der Goldreserven: Rekordhoch für den Goldpreis

Eine Einschätzung zur Goldpreisentwicklung ist langfristig schwierig. Denn nicht nur Angebot und Nachfrage bestimmen den Goldpreis, auch wenn der Einfluss zweifelsfrei groß ist. In den letzten Jahren konnte beispielsweise ein Zusammenhang zwischen der Kursentwicklung des US-Dollar und des Goldpreises festgestellt werden, obwohl eine Kopplung des Dollarkurses an den Goldpreis seit Jahrzehnten aufgehoben war. Je schwächer sich der Dollarkurs entwickelte, desto deutlicher stieg der Wert des Goldes. Durch die Aufstockung der Goldreserven haben Länder wie China in der Vergangenheit für einen rapiden Anstieg der Nachfrage gesorgt - mit entsprechenden Folgen für die Goldpreisentwicklung. Im Jahre 2010 stieg der Goldpreis im Durchschnitt auf 1200 Dollar - was eine Verdoppelung des Goldpreises innerhalb von nur drei Jahren bedeutete. Die gleichzeitige Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung sorgte dafür, dass die Goldpreisentwicklung gegenüber dem Euro noch stärker ausfiel. Die Goldpreisentwicklung 2011 zeigte sich auf einem noch deutlicheren Höhenflug: Bis zu 1900 Dollar je Feinunze sorgten im Sommer 2011 für eine kräftige Rendite bei den Anlegern.

Goldverkäufe durch Investmenfonds verursachen Kurseinbruch

Seit dem Hoch vor zwei Jahren geht es aber mit dem Goldpreis abwärts. Zwar sind sich Experten einig darüber, dass eine Einschätzung zur Goldpreisentwicklung langfristig schwierig ist; trotzdem waren die meisten Analysten von dem deutlichen Einbruch des Goldpreises überrascht. Noch im Februar dieses Jahres wurde prognostiziert, dass es bald zu einer Erholung des Goldpreises kommt - bisher lässt die aber noch auf sich warten. Im Gegenteil: Zeitweise sank der Kurs bis auf unter 1330 Dollar ab. Einen solch geringen Preis erzielte das Edelmetall zuletzt im Frühjahr 2011. Investmentfonds, sogenannte Exchange Traded Fonds (ETF), werden an der Börse gehandelt und haben erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Goldpreises. Seit Jahresbeginn haben diese Fonds mehr als 10% ihres Goldbestands abgestoßen - die Folge war ein Preisrutsch. Als Grund für diesen Verkauf wurde offiziell angeführt, dass der Verkauf der zypriotischen Goldreserven zur Disposition stünde. Allerdings sind die Reserven der Insel bei weitem zu gering, um ein nennenswerten Effekt auf den globalen Goldpreis zu haben. Die ETF wollten nach eigenen Aussagen mit dem Verkauf aber einem solchen Effekt zuvor kommen.

Goldpreisentwicklung: Langfristig geht es aufwärts

Auch wenn der Verkauf der zypriotischen Goldreserven kaum messbaren Einfluss haben dürfte - die Reaktion der Märkte zeigt deutlich, dass Spekulation und Psychologie einen großen Einfluss auf den Goldpreis haben. Bei der Abwertung des Goldes lässt sich durchaus von Manipulation sprechen - denn physisches Gold wurde nicht verkauft, der Marktpreis wurde allein durch den Verkauf von Papiergold bewirkt. Daneben zeigt sich aber, dass das Goldpreisentwicklung Chart in der Betrachtung einiger Jahre aufwärts zeigt. Marktbeobachter gehen trotz der aktuellen Rückschläge nicht mehr davon aus, dass der Goldpreis jemals wieder unter 1000 Dollar je Feinunze fallen wird. Auch wenn eine konkrete Empfehlung schwerfällt: Das derzeitige Tief beim Goldpreis könnte für Anleger eine Chance darstellen.