Goldkurs

Seit jeher ist Gold nicht nur in Form von produziertem Schmuck ein Anlass für Investitionen, sondern gilt schon seit immer als ein wichtiges Währungsmittel. Dieses vermittelt ein Gefühl der beständigen Sicherheit und weckt Vertrauen. In Form von Goldmünzen sowie Goldbarren ist das Edelmetall weltweit anerkannt und dient als internationales Zahlungsmittel. Heute steht der Goldkurs im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses und wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst.

Hohe Nachfrage seitens Regierungen, Industrie und Privatinvestoren

Der Goldkurs wird in erster Linie von der Nachfrage nach Gold bestimmt. Gerade in Krisenzeiten ist das Edelmetall sehr begehrt, zumal Gold seit jeher als sicherer Hafen gilt. Ist die Konjunktur rückläufig und stagniert die Wirtschaftsentwicklung, decken sich die Anleger vermehrt mit physischem Gold und goldlastigen Wertpapieren ein. Begünstigt wird dies auch dadurch, dass die Anlage in Gold bereits seit 1998 von der Steuer befreit ist. Aber nicht nur für die privaten Haushalte ist Gold ein wichtiger Rohstoff. Denn gerade für die Industrie ist das Edelmetall essentiell. In der Zahntechnik sowie auch in der Elektroindustrie wird Gold verwendet. Allerdings steht die Schmuckindustrie für die größte Verarbeitungsindustrie. Gerade in Indien werden im Zusammenhang mit Hochzeitsschmuck oftmals über 100-Tonnen Gold pro Monat importiert. Dies treibt zwangsweise den Goldkurs in die Höhe. Doch auch Russland und China zählen weltweit zu den größten Importeuren. Ursächlich dafür ist nicht zuletzt auch das große Misstrauen gegenüber dem US-Dollar. Damit schützen sich die Länder nämlich gegen den Verfall der US-Währung. Das Edelmetall behält konstant seinen Wert selbst in Krisenzeiten und ist ferner standhaft gegen jegliche Inflation. Dabei spielt es nur eine untergeordnete Rolle, dass das Edelmetall keine Zinsen abwirft. Der Goldkurs bezieht sich in aller Regel auf den Goldpreis je Feinunze. Eine Feinunze steht für 31,1034768 Gramm Gold.

Welche Faktoren den Goldkurs negativ beeinflussen können

Erwartungen der Anleger: Gerade in den letzten zehn Jahren ist der Goldkurs unaufhörlich angestiegen und hat sich in Euro ausgedrückt in etwa vervierfacht. Angesichts dieser schnellen positiven Entwicklung rechneten nicht weniger Marktteilnehmer mit einer Korrektur des Goldkurses. Im Zuge dessen verkauften die Akteure zuletzt vermehrt ihre Goldinvestments, was wiederum den Goldkurs sinken ließ.

Größere staatliche Goldverkäufe

Zahlreiche Staaten horten sehr viel Gold. China und die Schweiz besitzen heute über 1.000 Tonnen Gold. Die Goldreserven Italiens und Frankreichs belaufen sich auf fast 2.500 Tonnen. Mit weit über 3.000 Tonnen besitzen Deutschland sowie der Internationale Währungsfonds (IWF) sogar noch mehr Gold. Den unangefochtenen Spitzenplatz belegt allerdings die USA, mit über 8.000 Tonnen Gold. Werden derartig hohe Positionen in beträchtlichem Ausmaß aufgelöst, geraten die Goldkurse unter Druck. Als Beispiel sei etwa Zypern genannt, das Mitte April 2013 den Verkauf der Goldreserven in Erwägung zog. Im Februar beliefen sich die zypriotischen Goldreserven auf 550 Millionen Euro. Ein Verkauf dieses Bestandes hätte zwar keine großen Auswirkungen auf den Goldkurs. Dennoch könnte allein die Ankündigung eine Kettenreaktion unter den Investoren auslösen und den Verkauf großer Goldbestände nach sich ziehen.

Ende der lockeren Geldpolitik

Eine lockere Geldpolitik führt dazu, dass viel Geld in Umlauf gerät und dieses in diverse Anlageklassen wie Gold fließt. Dieser Umstand würde tendenziell zu einem Anstieg des Goldkurses führen. Im Gegenzug würde eine Beendigung der lockeren Geldpolitik den Abfluss von Anlagegeldern zugunsten höher verzinslicher Anlagen wie etwa Festgeld bewirken. Ein Rückgang des Goldkurses wäre die Folge. Dann wäre in Zukunft auch mit geringeren Inflationsrisiken zu rechnen. Dabei ist gerade die Angst vor Inflation für zahlreiche Privatanleger ein entscheidendes Kaufargument für Gold.

Wirtschaftliche Erholung

Befindet sich die Wirtschaft in einer Phase der Erholung oder gar des Aufschwungs, wenden sich die Anleger zunehmend anderen Anlageklassen zu. Denn gerade in westlichen Ländern führt ein stabiles Wirtschaftswachstum oftmals zu steigenden Aktienkursen und schließlich zu einem schwindenden Interesse an Gold. In asiatischen Ländern wie etwa China ist die Nachfrage nach Gold dagegen positiv mit dem Wirtschaftswachstum korreliert. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Inflationsraten in diesen Ländern sehr hoch ausfallen können und zudem in Zeiten des Aufschwungs mehr Gold für die Schmuckherstellung nachgefragt wird.

Hedge-Fonds

Die erfreuliche Entwicklung des Goldkurses wurde in den vergangenen Jahren auch durch den großen Aufbau spekulativer Positionen durch institutionelle Investoren begünstigt. Erleichtert wurde dies ferner durch Produkte wie Gold-ETCs und Gold-ETFs. Bei einer negativen Entwicklung des Goldkurses reagieren diese Investoren sehr schnell mit Goldverkäufen, was wiederum eine Abwärtsbewegung des Goldpreises verstärken könnte.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Für eine Schwäche des Goldpreises können auch gesetzliche Änderungen ursächlich sein. Anfang 2013 wurden in Indien die Einfuhrzölle auf Gold um 50% angehoben. Gerade Indien ist neben China ein wichtiger Treiber der Goldnachfrage in Asien. Eine derartige Erhöhung der Zollgebühren kann ohne weiteres den positiven Verlauf des Goldkurses umkehren.

Goldkurs Tabelle über die Entwicklung der letzten Jahre

Jahr Durchschnitt in US-Dollar Performance in %
1973 97,87 0
1976 124,73 -22,55
1980 613,88 101,56
1984 360,51 -14,89
1988 436,88 -2,07
1992 343,91 -5,06
1996 387,84 0,99
2000 279,24 0,24
2004 409,17 12,62
2008 871,34 25,33
2009 972,36 11,59
2010 1.227,33 26,22
2011 1.572,94 28,16
2012 1.668,98 6,11

Der Goldkurs in Euro aktuell beträgt 1.074,84 Euro. Seit dem 01. Januar 2013 ist der Goldkurs Euro um etwa 20% gesunken.